Cucurbita verflüssigt
Musa x paradisiaca L.
Cucurbita verflüssigt

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Trivialnamen: Banane
Familie: Musaceae
Merkmale: baumförmige Rhizomstaude, häufig mit Schößlingen; Scheinstamm wird zur Blütezeit vom Sproß durchwachsen und hängt am Ende heraus; die unteren Blüten sind weibl. (bei Wildformen zwittrig), die mittleren zwittrig aber verkümmern und die oberen männlich; pro Tragblatt entwickeln sich 14-18 Blüten, die in zwei Querreihen stehen (aus kollateralen Beiknospen); bei den Obstbananen entwickeln sich die weibl. parthenokarpisch zu samenlosen Beeren (ursprünglich Fledermausbestäubung); Blätter lang, mit scheidigem Unterblatt, Spreite durch Perforation leicht zerreißbar.
Heimat: Südostasien
Blütezeit: --
Bemerkungen: Das arabische Wort 'banan' heißt 'Finger'. Antonius Musa war Leibarzt von Kaiser Augustus und Bruder des Leibarztes von König Juba II. von Mauretanien (gest. (24/25 v. Chr., Gattung Jubaea nach ihm benannt) Euphorbos, dessen Name die Wolfsmilcharten wissenschaftlich benennen. Das Königreich Mauretanien darf nicht mit dem heutigen Mauretanien in Westafrika verwechselt werden. Das Königreich war ein Berberstaat im Norden des heutigen Marokkos mit westlichem Algerien. Die Banane gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschen, sie war schon in vorgeschichtlicher Zeit eine wichtige Nahrungspflanze. Ihr Ursprung liegt in Südostasien, etwa um 1000 n.Chr. kamen die Bananen über Madagaskar nach Afrika. 1510 brachten die seefahrenden Europäer die Pflanzen auf die Kanarischen Inseln, von dort 1516 in die neue Welt. Dort hat sie sich offenbar schneller ausgebreitet als die iberischen Eroberer vordringen konnten. So dachte man sogar zunächst die Banane sei schon präkolumbianisch in Südamerika heimisch gewesen. Die zwei Wildarten, die am Entstehen der Obstbananen beteiligt sind, kommen aus Südostasien (M. acuminata und M. balbisiana). M. acuminata (Genom A) ist samenlos mit essbaren Früchten, M. balbisiana (Genom B) besitzt Samen. Durch Kreuzung und Rückkreuzung entstanden die triploiden Obstbananen (Genom AAA, früher wurde noch als M. sapientum von der Mehlbanane (M. paradisiaca) getrennt geführt) und Mehlbananen (Genom AAB). In jeder dieser Gruppen gibt es wiederum viele Sorten, etwa die wirtschaftlich wichtigsten 'Gros Michel' und 'Dwarf Cavendish' (beide mit Genom AAA). Letzere, auch Zwergbanane genannt und früher als M. cavendishii als eigene Art abgetrennt, ist die klimatisch robusteste Sorte und kann auch in den Subtropen angebaut werden (z.B. Teneriffa). Diploide Formen gibt es auch, werden aber nur kleinbäuerlich angebaut und lokal genutzt. Auch das Genom ABB kommt vor, doch auch diese werden nicht oder kaum exportiert. Alle essbaren Hybridformen nennt man heute M. x paradisiaca. Musa textilis von den Philippinen, ein Faserlieferant, wird ebenfalls als Hybrid mit Genom BBB angesehen. Andere Quellen sehen darin allerdings eine eigene Sektion Australimusa mit einem Basischromosomensatz von n=10. Aus den Unterblättern von M. textilis wird der 'Manila-Hanf' hergestellt, welcher durch seine hohe Wasserresistenz z.B. in Teebeuteln verarbeitet wird. Die Mehlbanane wurde in Suriname erst getrocknet, dann zerstampft, und gesiebt zu Mehl verarbeitet. Oft wird sie aber einfach in Fett gebraten und entwickelt dadurch einen sehr angenehmen süßen Geschmack. In vielen Regionen Afrikas ist Mehlbanane Bestandteil von 'Fufu', einem stärkehaltigen Teig aus Maniok, Yams und Banane in wechselnden Mengenverhältnissen. Dieser Teig wird in schweren Holzschüsseln mit einem ebenfalls schweren Stampfer zubereitet, indem eine Person den Stampfer rhythmisch in die Schüssel mit dem Teig fallen lässt, eine andere Person den Teig dabei mit den Händen wendet und gelegentlich Wasser dazu gibt. In Indien verwendet man Bananenblätter als ökologisch unbedenkliche Wegwerfteller. Man deckt aber auch Häuser damit. Ebenfalls in Indien (Kottayam) sah ich eine Blütenknospe auf dem Markt angeboten. Daßler berichtet von männlichen, noch in Tragblättern eingeschlossenen Bananenblüten als Beilage zu Reisgerichten, und sogar in einem Exotenladen in Marburg fand ich ebendiese Knospe als Gemüseangebot. In unseren Blumenläden wird neben der Obstbanane auch die Zier-Banane (Ensete ventricosum) aus Zentral- und Ostafrika angeboten. Besonders deren Formen 'Redstripe' und 'Maurelii' werden ab Mai auch in unsere Gärten gepflanzt (und wenn's kalt wird kommen sie wieder rein). Die bis 12 m hohen Scheinstämme (die Wildbanane M. ingens soll bis 15m hoch werden) sind die ineinander geschachtelten Unterblätter, der Sprosspol ruht in der Nähe des Mutterrhizoms (ähnlich wie bei Lauch oder Zwiebel, diese aber mit Zwiebel statt Rhizom). Zur Blüte schiebt dieser sich durch das Zentrum des Scheinstammes, tritt oben aus und entwickelt sich nickend. Die untersten Blüten (durch die nickende Stellung über den anderen) sind durch Verkümmerung des Andrözeums weiblich, die mittleren zwittrig, die oberen männlich. Die Blüten stehen zu 10 - 20 (aus zwei Reihen kollateraler Beiknospen) in den Achseln von großen Tragblättern. Durch Parthenocarpie entwickeln sich aus den 3-karpelligen unterständigen Fruchtknoten samenlose Beeren, welche durch die enge Packung der Blüten stumpf 3-5-kantig sind. Rudimentäre Samenanlagen sind noch als schwarze Punkte in der Pulpa (Meso- und Endokarp) zu sehen. Die äußere Schicht des Perikarps, entstanden aus Hypanthium (= Blütenboden, es ist ja ein unterständiger Fruchtknoten) und Exokarp (äußere Schicht der Karpelle) lässt sich leicht ablösen, weil an der Grenze zum Meso- und Endokarp verstärkt Faserbündel (beim Schälen deutlich sichtbar) verlaufen. Die Pulpa ist unreif noch stärkereich, verzuckert aber bei Reife. Die Mehlbanane, die in der Regel auch deutlich größer ist (50 cm sind keine Seltenheit) behält den Stärkeanteil bei. Sie wird durch Braten oder Kochen erst süß. Nach dem Fruchten stirbt dieser Scheinstamm ab, es entwickeln sich jedoch aus dem unterirdischen Rhizom je nach Klima bis zu drei neue Schößlinge pro Jahr. Pro Staude entwickeln sich rund 200 Bananen, die sich aus 8-14 'Händen' zusammensetzten. Angeboten werden meist 'Cluster' aus 5-7 'Fingern' (Bananen). Die Finger sind zunächst gerade, drehen sich jedoch entgegen der Schwerkraft nach oben (negativer Geotropismus, darum ist die Bananen krumm). Um dem Verbraucher die gewünschte feste Pulpa liefern zu können werden die Bananen kontrolliert gereift. Dies geschieht durch Kühlung (Reifebremse) oder Ethylenbegasung und erhöhte Temperaturen (Reifebeschleuniger). In professionelle Großplantagen sind einige Pflanzenpathogene wirtschaftlich relevant. Die Panama-Krankheit (durch den Pilz Fusarium oxasporum) befällt das Rhizom. Hier kann regelmäßiger Fruchtwechsel oder die Verwendung von resistenten Sorten helfen. Moko (Bakterium Pseudomonas solanacearum) betrifft Scheinstamm und Früchte, tritt zwar nur sporadisch in Südamerika auf kann aber auch nur durch Rodung der Plantage und Desinfektion der Arbeitsgeräte bekämpft werden. Die gelbe und schwarze Blattfleckenkrankheit 'Sigatoka', nach ihrem erstmaligen Auftreten 1913 im Sigatoka-Tal auf den Fidschiinseln so genannt, wird durch den Pilz Mycosphaerella musicola hervorgerufen. Die betroffenen Pflanzen zeigen unterschiedliche Flecken (je nach Bananenart oder -sorte) auf den Blättern, welche dann vergilben und absterben. Dies hat auch Auswirkungen auf die Früchte, die klein bleiben und einen anormalen Geschmack und Geruch haben. 1935 tauchte diese Krankheit zum ersten Mal in Südamerika auf, seit 1950 auch in Afrika. Andere Arten dieser Pilzgattung schädigen auch in unseren Breiten eine Vielzahl von Nutzpflanzen, z.B. Weizen und Erbsen. Mycosphaerelle kann durch Fungizide (Kupfer- und Zinkpräparate) bekämpft werden. Es existieren Resistenzen in diploiden Primitvbananen, welche in der Züchtung zu widerstandsfähigen Formen führen kann. Tatsächlich gibt es schon heute resistente Sorten (z.B. 'Orotava', 'Klue Teparod', 'Ney Poovan'). Die Zigarrenendkrankheit (Verticillium theobramae, ebenfalls ein Pilz) äußert sich in einzelnen Früchten, die an der Fruchtspitze weiß wie Zigarettenasche werden. Auch virale Erkrankungen existieren (z.B. Bunchy Top) oder auch Befall durch Nematoden. Besonders letztere wird bei Bananenpflanzern gefürchtet. Der Nährwert einer Banane ist dem der Kartoffel vergleichbar (99 Kcal pro 100g). An Vitaminen sind besonders Provitamin A, Vitamin B6 und andere der B-Gruppe zu nennen. Bei den Mineralstoffen sind Kalium und Magnesium reichlich. Bananenschips sind fritierte und gezuckerte Bananenscheiben. In Indien werden sie ungezuckert an Straßenständen verkauft. Nach Produktion und Import/Exportwert ist die Banane bei weitem die wichtigste Frucht weltweit (81,5 Mio t). Weinbeeren stehen in der Produktion an zweiter (66,6 Mio t), Orangen an dritter Stelle (64,4 Mio t). Dann folgen Äpfel (64,0 Mio t), Plantains (= Mehlbananen, vorher noch nicht mitgerechnet, 33,8 Mio t), Mangos (31,8 Mio t), Mandarinen i.w.S., Birnen, Ananas, Zitronen i.w.S. (Durschnittswerte nach FAO von 2003-2008). Im Exportwert ist die Rangfolge Bananen (6,9 Mrd USD), Äpfel (4,1 Mrd USD), Trauben (3,9 Mrd USD), Orangen (2,6 Mrd USD), Mandarinen (2,2 Mrd USD), Birnen (1,5 Mrd USD), Pfirsiche/Nektarinen (1,3 Mrd USD), Erdbeeren, Kiwi (je 1,14 Mrd USD), Zitronen (1,12 Mrd USD), Ananas (1,1 Mrd USD), Wassermelonen (0,67 Mrd USD), Mangos (0,63 Mrd USD; Durchschnittswerte nach FAO von 2002-2007).
Schlagwörter: Afrika · Asien · Blatt · Faserpflanze · Frucht · Obstpflanze · Stärke liefernde Pflanze · Technisch nutzbare Pflanze
Abbildungen:
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