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Marburger Forum für erziehungswissenschaftliche Forschung 2004
– Projekte der Nachwuchsförderung –

Zeit: 09.07.2004 14 bis 18 Uhr

Ort: Hörsaalgebäude, 1. Stock (Halle und Hörsaal 116) Biegenstr. 14

Thema:
Zur Stimulierung der Nachwuchsförderung, zur forschungsbezogenen Kommunikation im Fachbereich sowie zur Außenpräsentation und Vernetzung des Fachbereichs findet im kommenden Sommersemester – am Freitag, den 9. Juli, 14-19 Uhr – ein Marburger Forum für erziehungswissenschaftliche Forschung – Projekte der Nachwuchsförderung – statt (das Foyer im 1. Stock des Vorlesungsgebäudes sowie der Hörsaal 116 ist als Veranstaltungsort reserviert).

Ziel der Veranstaltung ist es, die Forschungsvorhaben des erziehungswissenschaftlichen Nachwuchses am Fachbereich einer breiteren internen und externen Öffentlichkeit zu präsentieren.

Wir freuen uns über Ihre Bewerbung zur Teilnahme am Forum. Sie beinhaltet eine reale Darstellung Ihres Forschungsvorhabens am 9.7. in der Zeit zwischen 15 und 17.30 Uhr auf einer eigenen, etwa 2*2 Meter großen Standfläche im Hörsaalgebäude (Plakatdruck erwünscht) sowie die virtuelle Vor- und Nachbereitung in unserem Diskussionsforum.

Programm:

14.15 Uhr
Begrüßung (Dekan Prof. Dr. Frank G. Königs)

14.30 Uhr
Erziehungswissenschaftliche Forschung am Fachbereich (Prodekan Prof. Dr. Wolfgang Seitter)

14.45 Uhr
Zur Situation behinderter Eltern in Deutschland (Dr. Gisela Hermes - weitere Informationen zum Vortrag)

15.15 bis ca. 17.30 Uhr
Simultane (Poster-)Präsentation der Forschungsprojekte
Forum für Gespräch, Austausch, Kritik, Kontaktanbahnung

17.30 Uhr
Rückblick und Ausblick (Prof. Dr. Heike Ackermann)

– Ausklang –

Anmeldung:
Zur Anmeldung für AusstellerInnen geht es hier lang Anmeldung
BesucherInnen können ohne Anmeldung an der Veranstaltung teilnehmen

Kontakt:
Prof. Dr. Wolfgang Seitter (seitter@staff.uni-marburg.de)

Ausgestellte Projekte:
Weitere Informationen zu den Projekten finden Sie hier Projektinfos

Informationen zum Posterdruck:
Hier können Sie ihre Posterdatei direkt zum HRZ hochladen und alle notwendigen Infos für den Ausdruck angeben (sehr komfortabel, 2 Tage Bearbeitungszeit!)

Hier finden sie die vom HRZ ausgegebene Information für den Posterdruck http://www.uni-marburg.de/hrz/mm/poster/

Vortragsinhalte:

Zur Situation behinderter Eltern in Deutschland (14.45 Uhr)
Dr. Gisela Hermes

Elternschaft von Menschen mit Behinderungen ist sowohl in der behindertenpolitischen Debatte wie auch in der Behindertenpädagogik noch immer ein weitgehend unbeachtetes Thema. Auch in der Forschung finden Fragestellungen zur Elternschaft behinderter Menschen bisher nur am Rande Berücksichtigung. Mit zunehmenden Möglichkeiten, außerhalb von Sondereinrichtungen zu leben (dieses betrifft in erster Linie Menschen mit Körper- oder Sinnesbehinderungen) entscheiden sich jedoch immer mehr behinderte Menschen auch für eine Elternschaft. Die vorliegende Arbeit hat nun erstmalig die ganz spezifischen Probleme, die sozialen und infrastrukturellen Bedarfe sowie die Lösungsstrategien behinderter Eltern für ihre Alltagsprobleme systematisch erforscht. Dabei wird insbesondere folgenden Fragen nachgegangen:
  • „Welche Aussagen können über die Lebensbedingungen von Familien mit Elternteilen, die körper- oder sinnesbehindert sind, getroffen werden?
  • Welche Bewältigungsstrategien zur Überwindung von Alltagsschwierigkeiten werden entwickelt?
  • Welche Unterstützungsformen werden als sinnvoll erlebt?
  • Welchen Zugang haben Eltern mit unterschiedlichen Behinderungen zu Unterstützungsmöglichkeiten“?

Die befragten körperbehinderten, blinden und gehörlosen Eltern – das zeigt diese Studie – unterscheiden sich zwar stark durch die Art ihrer Behinderung und in ihrer jeweiligen Lebenssituation, eines haben sie jedoch gemeinsam: sie alle werden aufgrund von Zugangsbarrieren und fehlender Unterstützung aus vielen gesellschaftlichen Bereichen ausgegrenzt und somit in ihrem Eltern-Sein behindert. Die zahlreichen, individuell entwickelten Lösungsstrategien zur Bewältigung von Alltagsproblemen können den Mangel an Unterstützungsangeboten nicht immer ausgleichen. Deutlich wird aber auch, dass eine zufriedenstellende Elternschaft dann gelebt werden kann, wenn die individuell benötigte Unterstützung in Form von Hilfsmitteln, barrierefreien Kindermöbeln und manchmal auch in Form personeller Assistenz in ausreichender Form zur Verfügung steht.

•  Gisela Hermes, Diplompädagogin und Diplomsupervisorin, 12 Jahre lang Leiterin das Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben Behinderter - bifos e.V. in Kassel. In diesem Zusammenhang führte sie verschiedene Studien zur Lebenssituation behinderter Menschen für die Bundesregierung durch, organisierte regelmäßig bundesweite und europäische Kongresse für behinderte Menschen, leitete drei Jahre lang im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die „bundesorganisationsstelle behinderte frauen“, veranstaltete im Jahr 2003 die erste deutsche Sommeruniversität zum Forschungsansatz „Disability Studies“ und betreute die bifos-Schriftenreihe zum selbstbestimmten Leben Behinderter mit mehr als 20 Büchern. Als Autorin und als Herausgeberin veröffentlichte Gisela Hermes zahlreiche Bücher und Artikel zu verschiedenen Themenbereichen behinderter Menschen, u.a. die Bücher „Geschlecht – behindert; besonderes Merkmal – frau“ (1985), Krücken, Babys und Barrieren (1998), „Graadse leeds – Jetzt erst recht!“ Selbsthilfe behinderter Menschen in Porträts. (2000) Promotion an der Philipps-Universität Marburg im Februar 2004. Von April 2004 – März 2006 Wiss. Mitarbeiterin im Projekt „Deinstitutionalisierung behinderter Menschen“ am FB 21, Institut für Erziehungswissenschaft, Prof. Dr. Eckhard Rohrmann.